Kartenlegen
  Allgemeine Vorgehensweise und Empfehlungen


Kann jeder das Kartenlegen erlernen?
Sagen die Karten das Schicksal voraus?
Die „richtige“ Einstellung zum Kartenlegen
Unser „Arbeitsmaterial“ und der Umgang damit
Intuition – unverzichtbar und trainierbar
Unterschiedliche Deutungsaussagen zu den Skat- und Kipperkarten
Das Finden der eigenen (Be-)Deutung der Karten
Die Vorbereitung zum Kartenlegen
Das Mischen der Karten
Das Abheben der Karten
Wenn Sie für sich selber legen
Wenn Sie für andere legen
Erdung und Schutz
Die Verantwortung des Kartenlegers
Die Geschichte der Spielkarten und der Kartomantik

Kann jeder das Kartenlegen erlernen?


Ich behaupte ja-, jedoch nicht jeder der das Kartenlegen nur „erlernt“, wird auch ein treffsicherer Kartenleger.

Jeder der etwas Geduld, Lernfreude und Durchhaltevermögen mit sich bringt kann die nötigen Techniken und einzelnen Kartenbedeutungen, sowie Kombinationsaussagen erlernen. Ich kann dies sogar wie das Vokabellernen in der Schule absolvieren und alles wissen, vielleicht sogar beim Abfragen in alle Richtungen schnell und ohne lange nachzudenken aufsagen können. Fabelhaft -, nur ein Kartenleger, geschweige denn ein guter, bin ich deshalb noch lange nicht.

Warum? Nun-, Sie hätten in diesen Fall die trockene Theorie fleißig auswendig gelernt, aber Sie hätten eine der wichtigsten Komponenten der praktischen Seite, die Intuition, vergessen.

Keine Sorge, jeder besitzt Intuition. Bei dem einen ist sie schon sehr aktiv, beim anderen vielleicht noch im Schlummerdasein. Das Schöne ist, wir können sie schulen und mit einfachen Mitteln trainieren.

Damit jetzt keine Mißverständnisse entstehen, ganz ohne Lernen wird es nicht gehen, schließlich müssen wir schon die Grundbedeutungen der einzelnen Karten kennen. Sie sollten dies aber nicht zu verbissen angehen, es soll ja auch Spaß machen, und Sie sollten sich nicht nur auf das Erlernen der Bedeutungen konzentrieren, sondern sich die Karten „erarbeiten“. Auf das Wie werde ich später noch näher eingehen.

Und wenn sie zu Beginn, mal ab und an in Ihren Notizen blättern um eine Bedeutung nachzulesen bzw. zu finden, so ist dies überhaupt nicht tragisch. Mit der Zeit werden Sie immer mehr in die Materie reinkommen.

Deshalb gehen Sie mit Freude ans Kartenlegen - lernen heran und trauen Sie es sich zu!

          

Sagen die Karten das Schicksal voraus?

Nein!

Die Karten holen Sie dort ab wo Sie jetzt sind. Sie stellen Ihnen die momentane Situation dar und geben Ihnen die Tendenzen wieder, wie sich die Dinge entwickeln können, wenn Sie so weiter leben, agieren, entscheiden, sich verhalten wie bisher. Weiterhin decken Sie alternative Möglichkeiten, Hilfestellungen oder Gefahrenquellen auf.

Niemals ist ein Kartenbild jedoch die Beschreibung eines feststehenden Schicksals. Es gibt vielleicht einen Denkanstoß um sich mit einem bestimmten (Lebens-)Thema näher auseinanderzusetzen und es warnt eventuell: Wenn Du das nicht änderst, kann dies passieren; jedoch sagt es nie mit Bestimmtheit: So wird es sein. Die Karten sind genauso so wenig determinierend (festlegend) wie z.B. ein Horoskop. Wir haben immer die freie Entscheidungsmöglichkeit, können aus verschiedenen Wegen auswählen und entscheiden selber über unser Dasein. Lassen Sie sich Ihr Leben und dessen Gestaltung von niemanden aus der Hand nehmen, auch nicht von den Karten!!

Kartenlegungen sind Denkanstöße und in gewisser Weise „neutral“. Sie zeigen uns auch das auf, was wir nicht sehen können oder wollen; geben eine momentane Situation und deren möglichen weiteren Verlauf ohne eine vorherige „Auswahl“ durch unsere Wünsche, Ängste, prägenden Lebenserfahrungen etc. wieder. Das Kartenbild kennt weder Wunschdenken noch unnötige eigene Panikmache. Es zeigt was da ist und welche Entwicklungsmöglichkeiten sich daraus ergeben. Allerdings ist es dann auch unsere Aufgabe, dieses Kartenbild wiederum ohne eigenes Wunschdenken etc. zu deuten und nicht nur das zu sehen, was wir sehen wollen. Hierzu später noch etwas mehr.

Zur näheren Verdeutlichung, daß wir im Kartenbild nur Tendenzen/Möglichkeiten gezeigt bekommen, mit denen es dann zu „arbeiten“ gilt, und nicht feststehende Ereignisse, mal einige zwei Beispiele:

a) Die Karten verkünden die Möglichkeit einen bisher noch unbekannten Partner für eine erfüllende Liebesbeziehung kennen zu lernen. Nun gilt es Möglichkeiten zu schaffen, um gefunden zu werden. Wenn ich bequem Zuhause im Ohrensessel sitzen bleibe, wird mein Traumpartner kaum zur Wohnzimmertür hereinspaziert kommen. Ich habe also die Wahl: Nehme ich das Angebot des Lebens an, in dieser Zeitspanne meinen Partner kennenzulernen und werde aktiv oder lasse ich die Chance verstreichen.

b) Eine Klientin lernt fleißig für eine Prüfung und möchte wissen ob sie diese besteht. Sagen nun die Karten aus, daß es hierfür gut aussieht, so gehen Sie ja vom momentanen Zustand des Lernens aus (siehe oben). Denkt die Klientin nun: Klasse ich bestehe und räumt alle Bücher auf den Speicher, dann wird da wohl trotzdem kaum etwas draus werden.

Diese Bespiele sind natürlich etwas überspitzt, aber es ist immer wieder wichtig darauf hinzuweisen, daß das Kartenbild vom momentanen Verhalten ausgeht und das es Tendenzen anzeigt, uns aber keine eigene Arbeit, kein eigenes Engagement und auch keine eigene Entscheidung abnimmt.



Die „richtige“ Einstellung zum Kartenlegen

Kartenlegen ist kein Gesellschaftsspiel, sondern eine esoterische Disziplin. Es ist eine Art des kosmischen Dialoges. Die Karten sind das Medium für das Zwiegespräch mit dem Kosmos, Pendel, eine Horoskopgrafik sind z.B. andere. Alles sind Methoden, die beim Kontakt mit anderen geistigen Sphären behilflich sein können. Dem einen liegt diese Methode mehr dem anderen jene. Alle dienen jedoch dem gleichen Zweck und sind eigentlich nur verschiedene Wege zum gleichen Ziel.

Ich halte es daher für notwendig dem Kartenlegen auch mit dem nötigen Ernst (oder sollten wir besser Respekt sagen) zu begegnen.

Legen Sie die Karten nur dann, wenn Sie oder Ihr Klient wirklich Hinweise erhalten möchten, Lösungen suchen, Fingerzeige wünschen etc. Legen Sie sich und anderen nicht die Karten als „Partygag“, nach dem Motto: Ääh-, laß uns mal schaun was da raus kommt. Ich lach mich schlapp; kann man ja eh nicht dran glauben. Sie können sicher sein, sie werden in diesem Fall keine brauchbaren Ergebnisse erhalten. Zu diesem Zeitpunkt nicht und auch zu späteren nicht ;).

Betrachten Sie die Möglichkeit des Kartenlegens als ein Geschenk an Sie um Hilfestellungen, Ratschläge, wichtige Hinweise, vielleicht auch Warnungen erhalten zu können. Mit dieser inneren Einstellung werden Sie diese auch erhalten und (mit etwas Übung und Ausdauer) auch deuten können.

Manchmal denke ich, die konfusen Aussagen bei esoterischen Disziplinen die nur aus Spaß befragt werden kommen zustande, weil dem Kosmos dafür die Zeit zu schade ist ;).

Und auch das es Übung, Ausdauer, Geduld und Zeit benötigt könnte ja eine Art der (Über-)Prüfung unserer Intension sein.

Unser „Arbeitsmaterial“ und der Umgang damit

Wir benötigen für die Art des Kartenlegens:
  •  mit Skatkarten aus einem ganz normalen Skatkartenspiel die Werte: König, Dame, Bube, 10, 9, 8, 7 und As.
  • mit Kipperkarten ein komplettes Kipperkartenspiel, bestehend aus 36 Karten. Diese gibt es in verschiedenen Variationen, mit den klassischen Motiven oder mit moderneren Darstellungen. Am Besten Sie schauen sich in einem Bücherladen oder Esoterikgeschäft mal um und wählen das aus, was Ihnen gefällt bzw. wo Sie Ihr Gefühl hinführt.
Es empfiehlt sich kein gebrauchtes Kartendeck zu benutzen, sondern sich ein neues zu kaufen (kostet ja nicht die Welt) und dieses Kartenspiel dann ausschließlich für die Legungen zu verwenden.

Wie werden nun „normale“ Skat- oder Kipperkarten zu IHREM Medium des Kartenlegens?

Indem Sie sie auf sich „eichen“.

Führen Sie dazu bitte nachfolgendes kleine Ritual durch:

  • Legen Sie die oben genannten Kartenwerte verdeckt übereinander zu einem Kartenstapel zusammen
  • Nehmen Sie nun diesen Kartenstapel in Ihre beiden Hände, so das die rechte Hand unter dem Kartenstapel und die linke obenauf liegt.
  • Schließen Sie die Augen
  • Atmen Sie ein paar mal tief ein und aus bis Sie die Karten „spüren“ und bewußt wahrnehmen
  • Bitten Sie nun um gutes Gelingen Ihrer Kartenlegungen zum besten Wohle aller Beteiligten.
Dies dient dazu, die Karten auf Ihre Schwingung zu bringen. Je öfter Sie das Kartenspiel verwenden, desto stärker wird es Ihre persönliche Prägung (Schwingung, Od) aufnehmen und zu IHREM werden.

Wenn Sie es möchten, können Sie dieses kleine Ritual auch vor jeder Legung durchführen. Es hilft Ihnen sich rascher auf das Geschehen einzustellen und einen intuitiven Kontakt aufzubauen.

Bewahren Sie IHR Kartenspiel sorgsam auf, lassen Sie es nicht einfach so offen herumliegen. Am Besten Sie schlagen es in ein Tuch ein und legen es in kleines Kistchen, eine spezielle Schatulle o.ä..

Achten Sie bitte auch darauf, daß keine anderen Personen diese Karten berühren; es sei denn sie erhalten das Kartenspiel während einer Legung aus Ihren Händen.

Intuition – unverzichtbar und trainierbar

Wie schon an anderer Stelle kurz angerissen, benötigt ein Kartenleger eine große Portion Intuition. Sowohl zum Erkennen der wichtigsten Aussage innerhalb eines Kartenbildes, wie zum eigenen Gespür für die einzelnen Karten, für die Aussagekraft der Kombinationen und nicht zuletzt für eine einfühlsame Beratung der Klienten, in die Sie sich hinein fühlen sollten um ihre jeweilige momentane Situation besser verstehen zu können und die richtige Formulierung für Ihre Aussagen zu finden und für vieles mehr....

Jeder besitzt Intuition und zu jedem versucht sie zu „sprechen“. Wir müssen es nur zu lassen und (wieder) zu hören. Oftmals haben wir dies nämlich über einen längeren Zeitraum unseres Lebens verlernt. Unsere intuitiven Eingebungen waren nicht mit dem logischen Verstand erklärbar und wir wurden meist so erzogen nur das zu glauben, was wir real sehen und überprüfen können. Wir müssen erst wieder lernen unserem Inneren zu zuhören. Je mehr wir dies vollziehen, um so stärker wird die Stimme der Intuition wieder vernehmbar sein.

Sie zu bemerken, reicht aber nicht. Wir müssen auch (wieder) lernen ihr zu vertrauen. Noch schwieriger, da mitunter noch weniger logisch einzusortieren. Dennoch, lohnt es sich.

Schön ist es, daß wir die Intuition, wenn wir sie (wieder) voll in unser Leben lassen, wie einen Muskel trainieren können. Je mehr wir mit ihr arbeiten, desto stärker wird sie wieder erweckt.

Dies muß gar kein großes Lernprogramm sein, schon kleinste Schritte helfen weiter. Allerdings brauchen wir auch hierbei wieder Geduld. Von heute auf morgen läßt sich der Hebel Intuition verdrängen nicht in Intuition zulassen umdrehen. Jedoch es wird immer besser gehen und es wird dann auch immer „selbstverständlicher“.

Einige Vorschläge:

  • Wenn bei Ihnen das Telefon klingelt, halten Sie einen Moment inne und versuchen Sie zu „erraten“, wer am anderen Ende sein könnte. Ihre Trefferquote wird sich im Laufe der Zeit sichtlich steigern.
  • Wenn Sie einen Brief ohne Absender erhalten und auch durch die Aufschrift nicht erkennen können, was er enthält, versuchen Sie zu „erraten“ ob sein Inhalt wichtig oder unwichtig für Sie ist.
  • Wenn Sie während einer Tätigkeit plötzlich das Gefühl haben etwas anderes tun zu wollen; dann folgen Sie dieser Eingebung. Beobachten Sie dies eine Weile, sicherlich werden Sie feststellen, daß der Wechsel der Tätigkeit seine Vorteile hatte (schnellere Erledigung der Arbeit, größere Erfolge, hierdurch erübrigte sich die andere Tätigkeit oder Ähnliches).
  • Wenn Sie plötzlich das Gefühl haben anders zur Arbeitsstelle zu gehen, obwohl sie seit Jahren den gleichen Weg nehmen, dann gehen Sie die neue Strecke. Auch wenn Sie vielleicht nie den Grund dafür erfahren werden, vertrauen Sie darauf, es gibt einen!
  • Auch eine regelmäßige Meditation läßt Ihre Intuition wachsen. Hier muß es ebenfalls kein großes, eingeübtes Szenario sein. Setzen Sie sich bequem an einen ruhigen Ort. Schließen Sie die Augen. Atmen Sie ein paar mal tief und bewußt durch die Nase ein und langsam wieder durch den Mund aus. Lenken Sie beim Einatmen den Atem in den Bauch und beim Ausatmen langsam wieder heraus. Legen Sie ruhig Ihre Hände hierzu auf Ihren Bauch und erspüren Sie wie er sich beim Einatmen ausweitet und beim Ausatmen wieder zusammenzieht. Atmen Sie danach ein paar mal bewußt in Ihrem normalen Rhythmus ein und aus. Lassen Sie nun die Atmung fließen wie sie will. Werden Sie ruhig, lassen Sie die Gedanken kommen und gehen ohne an ihnen zu verhaften, werden Sie noch ruhiger, genießen Sie die Stille in Ihnen und horchen Sie nach Innen.
Vielleicht fragen Sie sich nun: Was ist das denn eigentlich die Intuition? Nun-, Sie spricht zu Ihnen über Ihr Unterbewußtsein und wird aus vielen unterschiedlichen Quellen gespeist. Da sind zum z.B. eigene Erfahrungen und Erinnerungen, eigenes Wissen aus dem jetzigen und früheren Leben, hinzu kommen archetypische Erfahrungswerte aus der Entwicklungsgeschichte der Menschen, dann können wir bewußt und/oder unbewußt die Akasha-Chronik (in ihr ist alles was jeweils war und sein wird gespeichert) anzapfen und aus ihr Informationen empfangen; weiterhin benutzen unsere geistigen Führer und persönlichen Engel oft diesen Weg um mit uns zu kommunizieren...

Versuchen Sie selber weitere Möglichkeiten zu finden, Ihre Intuition auszubauen. Je länger Sie mit ihr arbeiten, desto mehr wird sie Ihr Leben bereichern.

Und natürlich trainieren wir unsere Intuition auch bei jeder Beschäftigung mit unseren Karten.

Unterschiedliche Deutungsaussagen zu den Skat- und Kipperkarten

Gerade beim Kartenlegen mit Skatkarten werden Sie in der Literatur viele Einzel- und Kombinationsdeutungen finden die nicht übereinstimmen, ja sich vielleicht sogar widersprechen. Zum Beispiel können die Deutungen der Pik und Kreuz-Karten wie miteinander vertauscht wirken.

Obwohl es bei den Kipperkarten bei weitem nicht so viele unterschiedliche Deutungen zu den Einzelkarten gibt, werden Sie auch hier immer mal wieder in der Literatur Unterschiede in den Beschreibungen finden können.

Dies hängt unter anderem wohl auch mit der Entstehungsgeschichte der Kartenlegekunst zusammen. Vieles wurde da nur mündlich und heimlich weitergegeben und die Verbreitung dieses Wissens nahm viele unterschiedliche Landschaftswege (siehe auch: Die Geschichte der Spielkarten und der Kartomantik). Hierdurch kam es zu den teilweise sehr unterschiedlichen Deutungen.

Trotzdem konnte und kann jeder Kartenleger mit seinem System treffsichere Ergebnisse erzielen und zu vortrefflichen Deutungen seiner Kartenbilder kommen! Wie das? Nun-, bevor Sie mit den Kartenlegungen beginnen, haben Sie ja ein Deutungssystem verinnerlicht. Bei Ihnen bedeutet also die Karte X dieses und die Karte Y jenes. Man kann also sagen, die Karte X steht bei Ihnen für ein bestimmtes Deutungsprinzip, die Karte Y für ein anderes, sie wurden quasi von Ihnen für die Aufgabe dieser symbolhaften Wiedergabe des jeweiligen Themas „genormt“. Und an diese, IHRE, Prägung hält sich nun auch die Kartenlegung!! Soll also im Kartenbild eine bestimmte Antwort gegeben werden, eine bestimmte Gefahr angedeutet, bestimmte Tendenzen aufgezeigt werden, so wird dies über IHRE Kartenprägung geschehen. Diese ist ja in Ihrem Unterbewußtsein gespeichert und dieser individuelle „Kanal“ wird für die erwünschten Mitteilungen benutzt.

Aus diesem Grund der Speicherung im Unterbewußtsein, sollten Sie bei einmal erlernten und verinnerlichten Einzelaussagen bleiben. Sie können sie ergänzen, sollten sie aber nach Möglichkeit nicht völlig negieren.

Es bringt Ihnen wenig oder aber nur eine innere Verwirrung, wenn Sie aus verschiedenen Büchern sich Einzelnes herauspicken und mit Ihren übrigen Deutungen durcheinander würfeln. Hierdurch kann es rasch zu einer Schieflage des gesamten Deutungssystems kommen.

Zum Beispiel sind, wie schon oben erwähnt, bei den Skatkarten zu Pik und Kreuz oftmals unterschiedliche Aussagen zu finden. Mal sind eher die Pikkarten  die „Bösewichte“, mal die Kreuzkarten. Um es gleich vorwegzunehmen, bei meinen Ausdeutungen sind die Kreuzkarte eher die „bösen“. Für mich repräsentieren diese, durch das Kreuz (von Zeit und Raum) am ehesten die Schwierigkeiten und Probleme, die uns in unserem irdischen Dasein begegnen können. Es ist halt manchmal ein „Kreuz“  damit.

Sind nun bei mir eher die Kreuzkarten die "bösen", dann kann ich natürlich nicht aus einem anderem Deutungssystem mit Pik als Bösewicht einfach die eher negativen Aussagen für die Pik-Personenkarten übernehmen, denn dann hätte ich ja 2 Kartenpaare (Pik und Kreuz) die eher unsympathisch daher kommen. Ich muß also sehr genau hinschauen und überlegen, welche Deutung ich eventuell zu meinem eigenen System hinzufügen will.

Da sich die Kombinationsdeutungen auf die jeweiligen Einzelaussagen stützen gilt hier das Gleiche. Wenn Sie also irgendwo eine Kombinationsdeutung lesen, so ist es sehr empfehlenswert, genau darauf zu achten auf welche Einzelaussagen diese basiert, bevor Sie sie in Ihr Deutungssystem übernehmen.

Am sichersten fahren Sie, wenn Sie die Einzelaussagen eines Deutungssystem als Grundlage erlernen und dann mit diesem weiterarbeiten, indem Sie es zu IHREM individuellen ausbauen. Und hierzu benötigen Sie wieder....... Ihre Intuition :)

Das Finden der eigenen (Be-)Deutung der Karten

So finden Sie einen intuitiven Zugang zu den einzelnen Karten und Ihre individuellen zusätzlichen Deutungsmerkmale.

  • Nehmen Sie sich jeden Tag eine andere Karte aus Ihrem Kartenstapel heraus, bis Sie alle Karten durchhaben.
  • Legen Sie die herausgesuchte Karte vor sich in die Mitte des Tisches offen hin.
  • Räumen Sie alle übrigen Karten außer Sichtweite weg.
  • Lesen Sie sich nun die Einzelaussage zu dieser Karte durch oder, falls Sie sie schon auswendig gelernt haben, vergegenwärtigen Sie sich diese.
  • Führen Sie die kleine Atemtechnik durch um innerlich zur Ruhe kommen
  • Betrachten Sie sich nun still die Karte und „horchen Sie nach innen“. Lassen Sie sich gefühlsmäßig auf die Karte ein.
  • Schreiben Sie sich alle Gedanken, die Ihnen zu dieser Karte kommen, sorgfältig auf.
Hinterfragen Sie nicht lange Ihre Eingebungen, sammeln Sie sie, schreiben Sie sie auf und vertrauen Sie Ihrer Intuition! Denken Sie daran, die Karten sind ein Werkzeug, ein Hilfsmittel für Ihr Unterbewußtsein, Ihre innere Stimme, um sich auszudrücken. Meist ist hierbei, wie auch bei einer Legung überhaupt, der erste Impuls der Richtige.

Wenn Sie die Einzelkarten auf diese Art und Weise „erfühlt“ haben, können Sie das Gleiche mit Kombinationen durchführen. Lesen Sie sich dann zunächst Ihre Aufzeichnungen für die einzelnen Karten durch, dann die Deutungsmöglichkeit für die Kombination und finden Sie danach IHRE Bedeutung hierfür.

Auf diese Art und Weise schulen Sie zum einen weiter Ihre Intuition und zum anderen erhalten Sie so nach und nach ein eigenes Deutungsarchiv von unschätzbarem Wert. Schon von altersher, hat jedes Kartenmedium seinen Karten auch eigene Bedeutungen zugeordnet und diese als ihr größtes Geheimnis gehütet. Und wie wir inzwischen ja gelernt haben, ist diese individuelle Deutung auch nicht so einfach von einer anderen Person 1 zu 1 zu übernehmen, da die gleiche Verankerung im Unterbewußtsein kaum gegeben ist.

Es kann durchaus vorkommen, daß Sie eine Karte völlig anders interpretieren als hier beschrieben. Dann vertrauen Sie Ihrer Intuition und notieren Sie sich alles sorgfältig. Anschließend betrachten Sie die Deutungsaussagen der übrigen Karten. Stimmt nun hier eine Beschreibung mit der neugewonnenen zu Ihrer Karte (annähernd) überein, so nehmen Sie sich diese Karte für den kommenden Tag vor. Denn sie muß ja nun eine verifizierte Bedeutung von Ihnen erhalten. Jedoch-, keine Bange, ein solches komplettes Austauschen kommt selten vor. Meistens „empfängt“ man zur Grundaussage „nur“ wichtige Ergänzungen.

Je länger Sie auf diese Art und Weise mit IHREN Karten arbeiten, desto mehr wird Ihre Intuition Ihnen zu einem großem Repertoire an eigenen Interpretationen verhelfen. Lassen Sie sich nicht einreden, es gäbe in Bezug auf die Kartenbedeutungen feste Regeln! Lernen Sie die Grundvokabeln der Kartensprache, aber sprechen Sie Ihren eigenen Dialekt ;)

Die Vorbereitung zum Kartenlegen

Eine Bitte vorweg: Befragen Sie die Karten nicht zu schnell hintereinander. Zum gleichen Fragekomplex sollten Sie frühestens nach einem Monat erneut eine Kartenlegung durchführen. Legen Sie nie mehrmals hintereinander auf ein und dieselbe Frage! Es hilft Ihnen wenig, wenn Sie die Karten solange legen, bis Ihnen eine Antwort genehm ist.

Sorgen Sie für eine angenehme, ruhige und entspannte Atmosphäre. Wählen Sie einen ungestörten Ort, wo Sie Ruhe haben und sich wohl fühlen. Eine Deutung auf die Schnelle wird Ihnen keine helfenden Denkanstöße vermitteln können. Nehmen Sie sich also Zeit und stellen Sie sich gedanklich darauf ein.

Legen Sie sich auch Schreibmaterial griffbereit, denn es empfiehlt sich die gelegten Kartenbilder, mit Datum und Uhrzeit versehen, aufzuschreiben, am besten in ein Kartenlege – Tagebuch. Schreiben Sie dazu in Stichworten Ihre derzeitige Deutung. Lassen Sie dahinter genügend Freiraum für spätere weitere Notizen.

Die Vorteile dieser Vorgehensweise liegen auf der Hand
  • Sie können das spätere Geschehen mit Ihren Legungen vergleichen
  • Sie können „Entwicklungen“ in den Kartenlegungen für eine Person über einen längeren Zeitraum erkennen
  • Sie können jederzeit bei Nachfragen das Kartenbild nachlegen
  • Sie legen sich mit der Zeit ein eigenes kleines Archiv ein. Ein individuelles Nachschlagewerk von unschätzbarem Wert, denn es enthält IHRE individuelle „Einstellung“ zu den einzelnen Karten.

Günstig wäre es, immer am gleichen Platz die Karten zu befragen, da sich auch hier bestimmte Schwingungen/Energien sammeln.

In vielen alten Büchern wird empfohlen, daß der Kartenleger sich so hinsetzen solle, daß sein Gesicht nach Osten blickt. Warum dies? Im Osten geht die Sonne auf, aus dem Osten kommt das Licht. Im übertragenen, symbolischen Sinne also auch das Licht im Dunkeln, das Licht der Erkenntnis, das Licht der Antwort im Dunkel der Frage.

Ein weiterer alter Brauch ist der runde Tisch. Auch dies ist symbolisch zu verstehen. Der Kreis steht für den Kreislauf des Lebens, für die lichtbringende Sonne, für das Rad des Lebens = Horoskopzeichnung/Radix, für die Auflösung von Zeit und Raum = ohne Anfang und Ende, für das Rad der Wiedergeburt usw.

Himmelsrichtung und runder Tisch sind aber keine Grundbedingungen; das Kartenlegen funktioniert auch an einem anderen Ort ;)

Kerzen untermalen die „besondere“ Stimmung. Schön wäre es, wenn Sie drei Kerzen, jeweils eine für Körper, Geist und Seele anzünden würden.

Es ist eine gute Sitte, sich vor dem Kartenlegen, die Hände zu waschen. Dies dient nicht nur der Reinlichkeit, sondern ist auch ein symbolischer Akt. Anspannung und der Ärger des Alltags werden abgestreift; Hektik, Sorgen, Ängste, alles was uns stören könnte wird dem reinigenden Wasser übergeben. Wir kommen zur Ruhe und inneren Harmonie.

Nehmen Sie nun eventuell wie oben beschrieben, die Karten einen kurzen Moment zwischen ihre Hände und stimmen Sie sich auf Ihr Vorhaben ein.



Das Mischen der Karten

Nach dem wir uns in beschriebener Weise auf die Kartenlegung vorbereitet haben, bitten wir den Klienten den verdeckt liegenden Kartenstapel in seine Hände zu nehmen (rechte Hand unter, linke Hand auf den Kartenstapel) und sich einen Moment lang schweigend auf die Fragen zu konzentrieren, die er beantwortet haben möchte. Auf diese Art und Weise entsteht eine „Verbindung“ zwischen ihm und dem Medium Karten. Falls wir für uns selber legen und uns schon in der Vorbereitung mit den Karten verbunden haben, brauchen wir dies natürlich an dieser Stelle nicht zu wiederholen, einmal genügt.

Danach gibt der Klient die Karten dem Kartenleger verdeckt zurück und das Mischen beginnt. Auch hierbei wird sich auf das Thema/den Grund der Kartenlegung konzentriert.

Beim Mischen stehen uns 2 Varianten zur Verfügung:

Variante A): Wir nehmen das Kartenspiel in die linke Hand und mischen mit der rechten.

Variante B): Die Karten werden verdeckt auf dem Tisch gelegt und wahllos, mit beiden Händen, durchgemischt. Dies mag zwar nicht so elegant aussehen, ist aber die wesentlich effektivere Methode. Versuche haben ergeben, daß ca. 15 mal Variante A gemischt werden muß um jede Karte zu bewegen. Beim mit beiden Händen durcheinandermischen auf dem Tisch ist mit ca. 4 Kreisumdrehungen, daß gleiche Resultat erzielt.
Von der Möglichkeit die Karten in den Händen aufzuteilen und dann ineinander zu schichten, sollten Sie generell Abstand nehmen. Hier ist das Mischergebnis völlig inakzeptabel.

Die Karten werden solange gemischt, bis Sie intuitiv das Gefühl haben, das es reicht.

Es folgt nun

Das Abheben der Karten

Das Abheben hat eine Schlüsselfunktion und gibt uns erste wichtige Hinweise auf die gesamte Kartenlegung bzw. die Person für die die Karten gelegt werden.

  •  die sorgfältig gemischten Karten werden vom Kartenleger, mit dem Bild nach unten, ohne sie zu betrachten, übereinander zu einem Stapel zusammengefügt und in die Mitte des Tisches gelegt.
  • Von diesem (= Talon 1) werden nun von der Person für die gelegt wird mit der linken Hand (sie kommt vom Herzen = näher am Leben) zunächst ein Stapel (= Talon 2) und von diesem zweitem wiederum ein Stapel (= Talon 3) zu sich hin (zum Herzen hin) abgehoben, sodaß 3 Kartenstapel = Talons vor einem liegen.
Obwohl die Karten nun noch verdeckt liegen, können wir bereits erste Erkenntnisse gewinnen.

Zukunft

Talon 1

Seele

Gegenwart

Talon 2

Geist

Vergangenheit

Talon 3

Körper

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Der Talon, der am nächsten bei der Person liegt, symbolisiert die Vergangenheit, der in der Mitte die Gegenwart, die augenblickliche Situation und der am weitesten von dem Ratsuchenden entfernt liegende die Zukunft.

Körper – Geist – Seele

Den zweiten Deutungsschlüssel finden wir in der traditionellen Einteilung des Menschen in Körper – Geist – Seele. Hier verkörpert der am nächsten an der Person liegende Talon den Körper, der mittlere den Geist und der am weitesten entfernte die Seele.

Wichtig ist nun die Verteilung, also die Dicke bzw. Dünne der einzelnen Talons.

Ideal wäre wie in allem die Harmonie, das Gleichgewicht, also ungefähr gleich große Kartenstapel. Dann hätten wir eine sehr ausgeglichene Person vor uns. Es ist immer ein "Alarmzeichen" wenn einer der Talons sehr "dick" oder "dünn" ausfällt. Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit und sollten "gleichmäßig" in den Karten vertreten sein. Ebenso ist es vorteilhaft mit den Erfahrungen der Vergangenheit heute die Grundlagen für die Zukunft zu legen.

Der Talon, der die wenigsten Kartenblätter enthält, hat auch die kleinste Aussagekraft und seine momentane Bedeutung im Leben des Klienten ist eher gering. Umgekehrt könnte sich der stärkste zu sehr in den Vordergrund drängen und dominieren.

Diese ersten Einblicke geben uns wichtige Hinweise für die spätere Beratung des Klienten. Wir erkennen wie er in die Welt blickt, wo seine Schwerpunkte liegen, worauf er sich (vielleicht zu einseitig) konzentriert etc. Diese spezielle „Einfärbung“ des Klienten bildet den Hintergrund für das gesamte Geschehen, daß uns die Karten im weiteren Verlauf der Kartenlegung anzeigen werden.

Bitte vergessen Sie nicht, bevor Sie mit der Legung weiterfahren, sich die Talonverteilung kurz zu notieren.

Beispiellegung: weibliche Klientin

Anlaß: "...mal so wissen was kommt"

Talon 1 Talon 2 Talon 3
Zukunft/Seele Gegenwart/Geist Vergangenheit/Körper

enthält 11 Karten

enthält 9 Karten

enthält 12 Karten

An Hand der Größe der Kartenstapel können wir feststellen, daß wir einen ausgeglichenen Klienten vor uns haben, der in innerer Harmonie lebt und es versteht Erfahrungen aus der Vergangenheit für die Zukunft zu nutzen, ohne das Leben im Hier und Jetzt, in der Gegenwart zu vergessen.

Die 3 verdeckt liegenden Talons werden nun umgedreht, sodaß die unterste Karte sichtbar wird. Notieren der 3 Kartenwerte. Wichtig ist dabei, daß wir die Reihenfolge einhalten. Wir notieren uns die unterste Karte des 1. Talons links, gefolgt von der untersten Karte des 2. Talons und enden rechts mit der des zuletzt gebildeten, also 3. Talons.


Talon 1 Talon 2 Talon 3
Zukunft/Seele Gegenwart/Geist Vergangenheit/Körper

enthält 11 Karten

enthält 9 Karten

enthält 12 Karten




Diese 3 Karten sind die Schlüsselkarten des Orakels und von großer Bedeutung.

Haben wir beim späteren Deuten des gesamten Kartenbildes eine Unsicherheit, so kann uns die Aussage dieser 3er- Kombination in Verbindung mit der Einteilung Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft und Körper – Geist – Seele in vielen Fällen den Weg weisen. Sie bildet quasi die Hintergrundfärbung.

Jedoch-, diese 3 Karten sind auch ein wichtiger Fingerzeig für den Beginn des Beratungsgespräches. Mit ihnen können wir nämlich den Klienten dort „abholen“, wo er sich in seiner momentanen Situation gerade befindet. Der Ratsuchende kommt ja nicht ohne Grund, ihn beschäftigt etwas. Diese 3 Karten geben nun Auskunft über seine momentanen Gedanken. Hierbei ist die mittlere Karte die ausschlaggebende. Wir beginnen also unsere Aussage mit ihr und kombinieren dann mit der linken und rechten. Hierdurch wissen wir, was beim Klienten so gerade Sache ist; ihn beschäftigt und was in seinem Leben momentan passiert.

Jetzt werden die Karten wieder "verschlossen" (umgedreht).  Das Gesicht aller Spielkarten zeigt also nun wieder nach unten.

Die 3 Talons werden wieder zu einem vereint. Hierbei ist erneut auf die Reihenfolge zu achten. Wir legen die Zukunft auf die Gegenwart und diese auf die Vergangenheit, bilden also zuerst einen Stapel in dem wir Talon 1 auf Talon 2 legen und plazieren dann diesen neuen Stapel auf Talon 3.

Jetzt werden alle Karten, mit dem Kartenbild nach unten, zusammen in die linke Hand genommen und mit dem Auslegen oder Ausfächern begonnen.

Bei Legungen wie dem „Großen Blatt“ wird immer erst abgehoben und dieser Vorgang auch in den meisten Beschreibungen genannt. Bei kleineren Legungen ist dies oftmals nicht der Fall. Sicherlich ist es innerhalb einer Kartensitzung bei nacheinander gelegten Kartenschemata nicht nochmals wichtig zu erkennen, ob der Klient mit seinen Gedanken eher in der Vergangenheit oder Zukunft verweilt und was ihn momentan beschäftigt (siehe oben), trotzdem können aber oftmals die 3 Karten des Abhebens erhellende zusätzliche Erkenntnisse bieten. Ich habe mir daher angewöhnt, es auch bei nachfolgenden Legungen immer durchzuführen und mir die Kartenwerte zu notieren, um diese bei Bedarf als Ergänzungskarten verwenden zu können. Selbstverständlich ist es Ihnen überlassen, ob Sie diese Handlungsweise übernehmen möchten oder nicht.

Wie es nun mit der Kartenlegung weitergeht erfahren Sie auf den weiteren Seiten zu den Skat- oder Kipperkarten, z.B. die Aussagen der Einzelkarten, die Kombinationen, die Legungen des Großen Blattes und weitere Legesysteme.

Wenn Sie für sich selber legen

Wenn Sie mit dem Kartenlegen beginnen, werden Sie üblicherweise zunächst nur für sich selbst legen. Für die Interpretation des Kartenbildes sind Sie damit jedoch bei der schwierigsten Aufgabe überhaupt, denn nichts ist so schwer wie für sich selbst zu deuten. Dies ist übrigens in allen esoterischen Disziplinen der Fall, für sich selbst ist es immer das schwierigste Unterfangen. Warum? Ganz einfach-, es fehlt der innere Abstand um objektiv zu sein. Wir sind zu sehr beteiligt und sehen das was wir erkennen wollen. Wir könnten auch sagen, wir haben Scheuklappen auf. Wir suchen nach dem was wir erwarten und übersehen leicht was sonst noch im Kartenbild steckt.

Es empfiehlt sich daher, für sich selbst „strikt nach Vorschrift bzw. Plan“ vorzugehen. Alle einzelnen Deutungsschritte der Reihe nach abzuklappern, aufschreiben, gewichten (was kommt mehrmals vor und bestätigt sich dadurch) und erst dann ausdeuten.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn dann doch nicht immer das eintrifft, was Sie in Ihren Karten gesehen haben. Wenn Sie für andere legen, wird sich Ihre Trefferquote deutlich um vieles steigern.

Super wäre es, wenn Sie eine Freundin, einen Freund oder einen Familienangehörigen hätten, mit dem Sie üben könnten. Sie sollten dieser Person dann aber auch deutlich mitteilen, daß Sie noch üben und es sich quasi um eine Probelegung handelt. Natürlich ist dann auch das entsprechende Feedback wichtig, um daraus lernen zu können.

Vielleicht können Sie ja auch jemanden überreden mit Ihnen gemeinsam das Kartenlegen zu erlernen. Das macht sicherlich viel Spaß und man kann sich die Karten gegenseitig legen und deuten.

Wenn Sie ein Problem haben, große Sorgen Sie quälen oder Sie vor einer Situation Angst haben und innerlich nur noch zittern, wenn Ihre Nerven blank liegen usw., in all solchen Momenten legen Sie am besten die Karten nicht. Denn es besteht die große Gefahr, daß Sie dann diese Emotionen auf die Karten übertragen und die Legung „verzerren“. Versuchen Sie in solchen Momenten immer erst sich etwas „runterzuholen“, ruhiger zu werden und erst dann die Karten zu befragen.


Wenn Sie für andere legen
  • Vergewissern Sie sich, daß Ihr Klient keine negative Einstellung zum Kartenlegen hat. Lassen Sie Ihre Karten nie von Menschen mit einer feindseligen Grundhaltung berühren.
  • Gehen Sie mit dem notwendigen Ernst an eine Kartenlegung und vergewissern Sie sich, daß auch ihr Klient diese Grundhaltung gegenüber dem Kartenorakel hat. Lassen Sie es nicht zu, daß die Kartenlegung zum Partygag wird!
  • Vermeiden Sie es, jemanden vom Kartenlegen überzeugen zu wollen. Drängen Sie sich nicht auf, warten Sie bis sie um eine Legung gebeten werden.
  • Vertrauen Sie darauf, daß diejenigen Klienten zu Ihnen finden („geschickt“) werden, denen Sie auch helfen können.
  • Werden Sie nicht zum Sklaven Ihrer Umgebung und befreien Sie sich von der Vorstellung jeder Bitte nachkommen zu müssen. Wenn es sich herumspricht, daß Sie Karten legen und dies vielleicht sogar, zumindest zu Beginn wegen einer noch vorhandenen gewissen eigenen Unsicherheit, ohne Gegenleistung, so werden Sie rasch an die Grenzen des Möglichen gelangen. Verlangen Sie etwas für Ihre Kartenlegungen und dies bitte ohne schlechtes Gewissen! Es gibt das kosmische Gesetz des Ausgleiches und gerade im besonderen im esoterischen Bereich. „Erhältst Du etwas, mußt Du etwas geben.“ Wird dieses Gesetz nicht eingehalten, so schafft der Kosmos von sich aus den Ausgleich und dies meist massiver. Deshalb auch in Ihrem eigenen Interesse und dem Ihrer Klienten, sorgen sie für einen Ausgleich (in welcher Form auch immer, ob Geld, einen Kuchen, einmal Fenster putzen oder Unkraut jäten). Im übrigen, Sie investieren Zeit und Können in eine Kartenlegung und hierzu gehört auch die gesamte Zeit und Aufwendung während Ihrer Ausbildung. Ein Klient bezahlt nicht die Zeit der Kartenlegung, er bezahlt Ihr Know-how!!
  • Legen Sie die Karten wenn Sie die Lust dazu haben und nicht unter Zwang, nicht unter Druck und nicht wenn Ihnen der Kopf vor eigenen Problemen qualmt. Sonst laufen Sie Gefahr die Legung zu verfälschen und auf Ihre eigene und nicht die Situation des Klienten zu legen.
  • Sollten Sie später das Kartenlegen neben- oder hauptberuflich ausüben, so müssen Sie natürlich öfters zur Verfügung stehen und können nicht nur nach Lust und Laune vorgehen. Dann ist es wichtig, vor einer Legung sich von eigenem zu „leeren“, z.B. durch eine kleine Meditation. Natürlich schadet es auch nicht, sich anzugewöhnen, dies generell vorab durchzuführen.
Meditaitonsvorschlag:
  • Setzen Sie sich bequem hin
  • Atmen Sie durch die Nase in den Bauch und zählen Sie dabei in Gedanken langsam bis 4
  • Halten Sie den Atem an und zählen Sie dabei in Gedanken bis 16
  • Atmen Sie langsam durch die leicht geöffneten Lippen aus und zählen Sie dabei in Gedanken bis 8
  • Halten Sie den Atem an und zählen Sie gedanklich wieder bis 16
  • Wiederholen Sie dies möglichst 10 mal
  • Lassen Sie nun den Atem fließen, ihn ruhig kommen und gehen und lauschen Sie dabei der Stille
  • Beenden Sie die Meditation, wenn Sie intuitiv spüren, daß es genug ist.
  • Wenn Sie möchten, können Sie anschließend um innere Führung bitten und das die Legung zum besten Wohle aller Beteiligten verläuft.

Anmerkung: Wichtig ist der Rhythmus 1-4-2-4. Sollten Sie zu Beginn Schwierigkeiten haben die Luft bis zur 16 anzuhalten, so zwingen Sie sich nicht dazu, sondern gehen Sie auf   8 oder 4 herunter. Nach einer Weile des täglichen Übens werden Sie rasch die 16 erreichen. Also ruhig mit Einatmen 2 – Anhalten 8 – Ausatmen 4 – Anhalten 8 oder Einatmen 1 – Anhalten 4 – Ausatmen 2– Anhalten 4 beginnen. Sollten Sie später merken, daß Sie die Luft bis 20 anhalten, dann erhöhen Sie auch die anderen Schritte. Dies kann vorkommen, auch das Sie mal nur bis zur 8 oder 12 kommen. Schwankungen sind also durchaus normal und es sollte nichts erzwungen werden. Variieren Sie dann einfach mit allen Einzelschritten. Der Ablauf 4 – 16 – 8 – 16 ist der effektivste und üblichste. Es geht hier um einen Zugang zur kraftspendenden universellen Stille, nicht darum Rekorde zu brechen
.

Erdung und Schutz

Wenn Sie für andere und fremde Personen Karten legen, so sollten Sie sich vor negativen Einflüssen und Energien schützen. Nein -, ich meine keine Magie und erst recht keine schwarze. Es ist aber so, daß alles Energie ist und alles eine ihm eigene Schwingung besitzt. Nicht nur Menschen, nicht nur Lebewesen, ALLES. So auch Worte, Gefühle, Gedanken usw.

Es kann vorkommen, daß Sie eine Klientenberatung nicht „los läßt“ und sie noch abends über die Probleme des Ratsuchenden nachdenken. Das wird Ihnen auf Dauer nicht bekommen. Wenn es Ihnen nicht gelingt, eine gewisse Distanz zwischen Ihnen und den Problemen Ihrer Kunden herzustellen, so werden Ihre Kräfte rasch schwinden.

Es kann auch vorkommen, daß sich negative Energien festsetzen, sie Gefühle aufschnappen, sich Vorstellungen anhaften. Sie kennen dies doch sicher auch; Sie betreten einen Raum in dem vorher ein heftiger Streit stattfand und spüren direkt die „dicke Luft“. Oder sie begegnen einem völlig fremden Menschen und erspüren Feindseligkeit ohne das ein Wort gewechselt wurde. Oder Sie kommen an einen Ort und empfinden Unbehagen ohne dies real begründen zu können oder Sie überkommt plötzlich und eigentlich unbegründet eine unendliche Traurigkeit usw. usw. Immer haben Sie hierbei Schwingungen aufgenommen, Energien gespürt.

Wenn Sie beratend tätig sind, werden Sie vielen Menschen begegnen und zwar der unterschiedlichsten Art. Und diese werden viele Probleme mit sich herumschleppen, manchmal auch viel Wut, Haß, Rachegefühle und Verzweiflung, Kummer, Traurigkeit. Etwas Schutz ist da schon angebracht.

Zur Erdung

Zunächst sollten Sie immer darauf achten, daß Sie gut geerdet sind; z.B. auch wenn Sie von einer Beratung nicht loskommen und nicht abschalten können.
  • Setzen oder stellen Sie sich dazu bequem hin, wählen Sie was Ihnen lieber ist.
  • Ziehen Sie wenn möglich die Schuhe aus
  • Spüren Sie Ihre Fußsohlen und konzentrieren Sie sich auf Ihre Fußchakren (ungefähr in der Mitte der Fußsohle)
  • Stellen Sie sich nun vor, wie entweder Wurzeln oder Rohre (was ihnen leichter fällt) aus diesen herausragen und nach unten wandern, durch den Fußboden, immer weiter, noch weiter, sie bohren sich in die Erde, immer tiefer und tiefer und verankern sich ganz unten.
  • Nun lassen Sie alles was Sie nicht mehr benötigen, alle Energie die verbraucht, verschmutzt ist abfließen. Nach einer Weile werden Sie in den Beinen ein leichtes Kribbeln verspüren........
  • Bleiben Sie in dieser Vorstellung bis Sie intuitiv das Gefühl haben, das es genug ist.

Zum Schutz

Bevor Sie Ihre tägliche Beratertätigkeit beginnen, wäre es günstig eine kleine Schutzmeditation durchführen:

  • Sorgen Sie dafür, daß Sie nicht gestört werden können
  • Setzen Sie sich bequem, mit aufrechter Wirbelsäule, auf einen Stuhl
  • Stellen Sie die Füße, möglichst ohne Schuhe, etwas auseinander parallel auf den Boden
  • Richten Sie die Handinnenflächen nach oben
  • Schließen Sie die Augen
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Atmen Sie langsam, ruhig und bewußt. Nehmen Sie den Atemrhythmus wahr, das gleichmäßige Ein- und Ausatmen, Sinnbild des ewigen Kommen und Gehens, des Gebens und Nehmens, des Werdens und Vergehens, des ewigen Kreislaufes
  • Werden Sie immer ruhiger, tauchen Sie ein in den Rhythmus allen Seins
  • Lassen Sie die Gedanken kommen und gehen. Verhaften Sie nicht an Ihnen, wehren Sie sie nicht ab, lassen Sie sie vorbeiziehen, unbewertet, unsortiert
  • Sie werden immer ruhiger, sind immer mehr in Ihrer Mitte zentriert. Sie schwingen in der Harmonie des Universums mit.
  • Jede Zelle Ihres Körpers nimmt diese Schwingung nun auf, Sie werden immer ausgeglichener und ruhiger
  • Während Sie der Stille lauschen stellen Sie sich einen hellen Lichtstrahl vor, der aus den Weiten des Universums zu Ihnen kommt
  • Er wird immer größer und breiter
  • Nun hüllt er Sie von oben ein, wie ein Kokon, bis Sie in einer Lichtsäule aus hellem Licht sitzen
  • Ganz umgeben sind Sie von diesem Licht, wie in einem dickem Lichtschutzmantel aus (göttlichem) Licht
  • Hüllen Sie sich ganz in ihm ein, er gibt Ihnen Wärme, Schutz und Geborgenheit
  • Sprechen Sie innerlich 3 mal:
Ich bin Liebe!
Ich bin Licht!

Ich bin Heil!
Ich bin Freude!

Ich bin Frieden!


Wann immer es nötig ist, visualisieren Sie diesen Schutzmantel aus Licht, sprechen die Sätze innerlich und bitten Ihre geistigen Führer um Hilfe, Schutz und Führung.

Zur Reinigung des Raumes
  • Stellen Sie in die Nähe Ihres Arbeitsplatzes als Kartenleger(in) ein Schüsselchen mit Salz auf. Sobald dieses zu klumpen beginnt, schütten Sie es weg und füllen frisches Salz ein.
  • Mindestens einmal in der Woche sollten Sie den Raum mit Weihrauch oder weißem Salbei räuchern und/oder falls Sie den 2. Reikigrad haben, ihn entsprechend mit Reiki reinigen.

 Die Verantwortung des Kartenlegers

Ehrlichkeit gegenüber dem Klienten ist sehr wichtig. Diese Ehrlichkeit ist nicht immer ganz einfach und sie hat viele Gesichter, trotzdem sollte sie zu unserer eisernen Richtschnur werden.

Wenn Klienten zu Ihnen kommen liegt fast immer ein bestimmter Anlaß vor, sie kommen kaum ohne speziellen Grund. Verknüpft mit ihrem Besuch sind Hoffnungen, Wünsche und Ängste.

Bitte reden Sie Ihren Klienten nicht nach dem Mund. Manche Kunden kommen, weil sie eine bestimmte Vorstellung davon haben, was sie hören wollen. Wenn diese (Wunsch-)Vorstellung im Kartenbild nicht wiederzufinden ist, dann lassen Sie sich auch nicht dazu „weichklopfen“. Mitunter versuchen Kunden durch regelrechte Fragen-Klimmzüge doch noch zu ihrer Antwort zu kommen. ;) Manchmal rufen Sie auch nach 2 Tagen an und möchten dann eine neue Legung. Jetzt könnte es ja anders aussehen.

Bitte schaffen Sie keine Abhängigkeiten und sagen Sie klipp und klar: Für mich sieht es so aus, daß die Karten dies oder jenes anzeigen. Und teilen Sie auch deutlich mit, das eine kurzfristig erneute Legung zum gleichen Fragekomplex keine brauchbaren Ergebnisse bringt.

Stimmt-, ich habe geschrieben: Für mich sieht es so aus. Seien Sie bitte auch hier ehrlich; es ist immer nur unsere Deutung, unsere Intuition, unsere Interpretation. Wir sind Menschen; wir machen auch bei aller Sorgfalt Fehler, wir können uns durchaus irren. Auch dies sollten Sie in Ihrer Beratung verdeutlichen. Wählen Sie nicht Formulierungen wie: Das ist so - das kommt - das kommt nicht – Ja – Nein; sondern gewöhnen Sie sich in Ihrer Tätigkeit Redewendungen an wie: Es sieht danach aus, daß – es könnte sein, daß – ich interpretiere es so, als ob – es ist durchaus möglich, daß – ich halte es für wahrscheinlich, daß.....

Beginnen Sie nach Möglichkeit immer mit dem Positiven, das Sie im Kartenbild erkennen. Wir Menschen sind so konstruiert, das wir immer eher das Negative glauben als das Gute. Beginnen Sie mit eher unschönen Dingen nimmt Ihr Gegenüber vielleicht das Positive gar nicht mehr in sich auf.

Erkennen Sie, daß auf den Klienten etwas Negatives zu kommt, so versuchen Sie dies so zu formulieren, das es keine Angst macht. Mitunter nicht leicht, ich weiß, aber wir müssen auch daran denken, daß es das Phänomen der sich erfüllenden Prophezeiung gibt. Der Klient nimmt dann das ihm angekündigte Übel in sein Unterbewußtsein so auf, als wäre es schon unweigerlich eingetreten. Dadurch verhält er sich auch dementsprechend und es wird ihm fast unmöglich, das Ruder herumzureißen und das Unheil abzuwehren.

Auch deshalb ist es so wichtig bei unseren Deutungen die Möglichkeitsform in der Formulierung zu benutzen. Hierdurch wird signalisiert; ich kann etwas dagegen unternehmen. Es besteht wahrscheinlich eine Gefahr, aber ich bin der nicht unweigerlich ausgeliefert.

Zur Ehrlichkeit gehört auch, zuzugeben wenn wir keine Antwort auf eine Fragen finden, nichts (genaues) erkennen. Bitte erzählen Sie keine Märchen; es schadet Ihnen nicht ehrlich zu sagen: Das weiß ich nicht. Tut mir leid, aber ich kann da nichts sicher erkennen.... Niemand verlangt von Ihnen perfekt zu sein!

Übrigens Sie müssen auch nicht Ratefuchs spielen; fragen Sie Ihren Klienten zu Beginn der Beratung konkret: Gibt es einen bestimmten Anlaß für Ihr Kommen? Haben Sie eine bestimmte Frage? Lassen Sie sich etwas von der Thematik erzählen, das Problem kurz umschreiben. Ihnen erleichtert es den Einstieg ins Kartenbild und Ihre Klienten merken, daß Sie sie und ihre Anliegen Ernst nehmen; sich Zeit für ihre individuellen Schwierigkeiten nehmen, also nicht am Fließband nach Schema XY arbeiten.

Ehrlichkeit hat nichts mit Gefühlskälte zu tun; seien Sie einfühlsam und diplomatisch. Sie sollen nichts schön reden, wenn es nicht schön ist; Sie sollten aber auch nie den Silberstreifen am Horizont vergessen beim Namen zu nennen. Es kommt bei allem immer auf die „Verpackung“, die Formulierung an. Fallen Sie auch nicht gleich mit der Tür ins Haus, tasten Sie sich langsam heran. Und vor allem versuchen Sie immer Lösungswege zu finden, Alternativen aufzuzeigen, Hilfe anzubieten. Lassen Sie Ihren Klienten nicht „im Regen stehen“.

Auch bei positiven Aussichten ist unsere Verantwortung gefragt. Hier gehört es z.B. dazu übertriebenen Übermut zu zügeln, den Klienten von einem Höhenflug der Freude wieder sanft auf den Boden zurückzuholen und ihn darauf hinzuweisen, daß er bei allen guten Aussichten auch selber seines Glück Schmied sein muß.

Bitte vermeiden Sie eine Hörsaalsituation; indem Sie einen Vortrag halten und Ihr Kunde zuhört. Führen Sie mit ihm eine Unterhaltung, beziehen Sie ihn durch kleine Fragen mit in das Geschehen ein; geben Sie ihm das Gefühl an der Suche nach seinen Antworten beteiligt zu sein. Es geht schließlich um ihn!

Kurzum begleiten Sie Ihren Klienten beratend ein Stückchen auf seinem Weg. Zwingen Sie ihm dabei nicht Ihren Pfad, Ihre Sichtweise auf und gehen Sie auch nicht seine Wegstrecke für ihn.

Und wenn Ihr Klient nach aller Arbeit, Sorgfalt und Mühe, nach allen guten Ratschlägen von Ihnen, sich doch genau entgegengesetzt verhält, so ist dies sein gutes Recht und seine freie Entscheidung. Es ist sein Leben und auch seine Lebensaufgabe!

Kommt er dann wieder, dann vermeiden Sie besserwisserisch darauf hinzuweisen, daß Sie es ja gewußt und gesagt haben. Das weiß er doch selber. Holen Sie ihn mit Ihren Karten wieder dort ab, wo er dann steht und versuchen Sie ihn nach bestem Wissen und Gewissen erneut zu beraten. Er wird es Ihnen danken.


Die Geschichte der Spielkarten und der Kartomantik

Der Ursprung der Kartomantik, die Mantik (das Weissagen) mit Karten, bleibt ein Rätsel und liegt im Dunkel der Zeit verborgen. Der Sage nach entstand die Kunst des Kartenlegens im Reich der Mitte, also in China.

Aus Überlieferungen weiß man, daß wandernde Völkergruppen es schon in Ägypten praktizierten und über die Kontinente verbreiteten. Einige Forscher sind der Überzeugung, daß die Karten in Ägypten entstanden und dort als Symbole für religiöse Zwecke dienten. Auffällig ist ja schon, daß z.B. bei den Skatkarten die 2 Polaritäten männlich/weiblich (rot und schwarz) und die 4 Elemente (Herz, Karo, Pik, Kreuz) im Kartenspiel wiederzufinden sind.

Die Kartenlegekunst aus dem Orient kam erst gegen Ende 13. Jahrhunderts auch nach Europa.

Sie wurde meist im verborgenen praktiziert, denn Geistlichkeit und Obrigkeit mißbilligten das Weissagen aus Karten und stellten es unter hohe Strafen. Lange Zeit über galt das Kartenspielen als „Teufelswerk“ und Unglück bringend. Es gab Verordnungen in denen genau festgelegt wurde, wann und an welchen Orten gespielt werden durfte. Nicht in der Nähe und geschweige denn in Gotteshäusern, nicht an kirchlichen Feiertagen und nicht am Sonntag etc. Viele Kartomanten
wurden noch bis ins 18. Jahrhundert als Hexen/Hexer verfolgt.

Erst lange Zeit später erreichte die Kartomantik durch Mdm. Lenormand wegen ihren treffsicheren Weissagungen Anerkennung und Hoffähigkeit. Sie legte Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts für Napoleon und seinem hohem Adel die Karten. Allerdings galt auch hier, wehe dem Herold der Böses mitzuteilen hat. Als Madame Lenormand z.B. Napoleons Sturz voraussagte, brachte ihr dies eine Menge Ärger und Unannehmlichkeiten ein.

Seit dieser Zeit wurde das Kartenlegen meist von umherziehenden Völkergruppen (Sinti und Roma), Händlern, Gauklern, Musikanten ausgeübt und verbreitete sich in Europa zunehmend. Oftmals beherrschten diese Personen auch die Chirologie (Handlesekunst), nicht selten ebenso die Astrologie

Neben Mdm. Lenormand haben sich noch zwei weitere Personen besonders um das Kartenlegen verdient gemacht; Papus und Etteilla. Papus ist ein berühmter französischer Okkultist des 19. Jahrhunderts. Er wurde von einem anderen bekannten französischen Okkultist, Eliphas Levi inspiriert. Papus beauftragte den Künstler Goulinat ein Tarot herzustellen, das sowohl auf dem klassischen Marseiller Tarot zu 78 Blatt wie auf den okkulten Erkenntnissen Eliphas Levis´s beruhte. Papus interessierte sich neben dem Tarot auch sehr für die Kunst des Kartenlegens mit gewöhnlichen Spielkarten. Seine zwei wichtigsten Werke zu diesem Thema sind „Le tarot des Bohemiens“ und „Le tarot divinatoire“.

Ettiella fertigte ein Tarot an, das auf den alten Kenntnissen der Ägypter basierte.

Die Geschichte der Kipperkarten

Die gezeichneten und mit Text versehenen Karten wurden von Susanne Kipper entworfen. Susanne Kipper wurde sehr wahrscheinlich von den französischen Lenormandkarten inspiriert und übertrug diese Erkenntnisse in ein deutsches Kartensystem.

Einigen Quellen nach sollen die ersten Kipperkarten 1873 bei einem Kartenmacher Kipper erschienen sein. Dies könnte ein Verwandter, vielleicht auch der Ehemann gewesen sein. Jedoch bleibt hier vieles Spekulation, Fakten hierzu liegen bis heute nicht vor.

Laut den Nachforschungen von Anne L. Biwer stammt die derzeit älteste vorliegenden bzw. in Museen bekannte Ausgabe aus dem Jahre 1890. Das Kartendeck wurde zusammen mit einem Anleitungsheft von Matthias Seidlein mit dem Hinweis „Wahrsagekarten bester Art, wovon jedermann sich selbst die Karten aufschlagen und in die Zukunft sehen kann“ veröffentlicht. Im Anleitungsheft gibt es den Vermerk “Die Karten einer berühmten Wahrsagerin, gezeichnet und herausgegeben von Frau Kipper“ veröffentlicht.

Leider ist uns bis heute über die Person Susanne Kipper an sich weiter nichts bekannt. Nach diesem Jahre 1890 finden wir keine Hinweise mehr auf diese Kartenlegerin

In den Jahren 1900 und 1910 kam es zu Neuauflagen. Diese erschienen auch bei der Firma Matthias Seidlein, allerdings gab es jetzt die Anleitungen nur noch in Kurzform. Es wird spekuliert, das eventuell der Besitzer der Firma gewechselt haben könnte. Die Kartenpackungen enthalten jetzt nur noch den Vermerk „Gezeichnet und herausgegeben von F. Kipper“.

1920 gingen die Verlagsrechte an die Firma F.X.Schmid und 1996 an die Altenburger Spielkartenfabrik über.

Seitdem die Karten bei der Firma F.X.Schmid verlegt wurden bis heute; die Altenburger Spielkartenfabrik hat dies weiter übernommen, entsprechen die Karten nicht mehr exakt den Vorgaben von Frau Susanne Kipper, denn es kam zu einem kleinen Kuriosum. Ein Fehlerteufelchen hatte sich eingeschlichen und seit dem werden die Hauptpersonenkarten seitenverkehrt gedruckt. Das Paar der Karten 1 und 2 schauten sich also in der numerischen Reihenfolge an. Dies ist für unsere Deutungen nicht weiter relevant, denn wir legen ja mit diesem Kartendeck und die Karten „fallen“ so wie es richtig ist, also das sie sich entweder anschauen oder nicht. Dennoch finde ich es erwähnenswert, daß sie ursprünglich so gedacht waren, sie sich also nicht von vornherein die Rücken zukehren sollten. Irgendwo doch tröstlich, daß Frau Kipper es so sah, oder ;)

Inzwischen gibt es auch einige andere Kipperkartendecks. Meiner Meinung nach kommen diese an die Kartenbilder von Susanne Kipper nicht heran. Dies ist jedoch Geschmackssache, schauen Sie sich ruhig einmal in einer Buchhandlung, einem Esoterikladen, dem Internet etc. verschiedene Decks an und wählen Sie das Kartendeck das Sie intuitiv am meisten anspricht für sich aus.



Verschiedene Legesysteme zu verschiedenen Themen
Kartenlegen mit Skatkarten - kleine Einführung

Kartenlegen mit Skatkarten - ausführlich

Kartenlegen mit Skatkarten - Deutung: "Großes Blatt"

Kartenlegen mit Kipperkarten - ausführlich

Kipperkarten - Kombinationen - Teil 1
Kipperkarten - Kombinationen - Teil 2
Kipperkarten - Kombinationen - Teil 3
Kipperkarten - Kombinationen - Teil 4

Kartenlegen mit Kipperkarten - Deutung: "Großes Blatt"

   
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